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Homeschooling oder Regelschule – Lernen unterwegs

Wie sich das Lernen unserer Tochter zukünftig gestaltet, wissen wir noch nicht, wir können uns aber beide vorstellen, dass der enge Rahmen eines staatlichen Schulsystems ihre aufkeimenden Talente beschneiden wird. Abseits von der Regelschule bleibt aufgrund der deutschen Schulpflicht (die mehr eine physische Anwesenheitspflicht ist denn eine psychische Lernpflicht) einem nur, seinen dauerhaften Wohnsitz aufzugeben und selbst zu Hause zu unterrichten.

Abgesehen davon, dass wir als Homeschooler praktisch harte Fälle für das Jugendamt wären, ist es auch persönlich ein bedenkliches Gefühl: gibt es nur die Wahl zwischen dem starren Korsett einer staatlichen Schule oder der totalen Fixierung auf das Wissen der Eltern? Fremder Input wäre eigentlich ganz gut; wie soll unsere Tochter uns sonst später in Frage stellen können, wenn alles, was sie weiß, durch uns gefiltert wurde?

Schon im Vorfeld unserer Reise haben wir deshalb viele Gespräche mit Menschen geführt, die an alternativen Schulen unterrichtet wurden, beispielsweise der Walldorfschule. Fast alle sind glücklich mit ihren Schuljahren und der Art des Lernens, und sind zu sehr unterschiedlichen Persönlichkeiten geworden, vom wissenschaftlichen Mitarbeiter am Literaturinstitut bis hin zur Steuerfachangestellten. Im Rahmen unserer Gespräche taucht immer wieder die Feststellung auf, dass insbesondere Walldorfschüler zwar nicht unbedingt beruflich erfolgreicher sind als ihre Gegenüber von der Regelschule – aber weitaus glücklicher mit dem, was sie tun.

Aktuell haben wir eine Dokumentation des Bayrischen Rundfunks entdeckt, in der es unter anderem um demokratische Schulen wie Summerhill in England geht. Ihr Konzept ist einfach: alles, vom Zusammenleben im Alltag bis hin zu den Lehrplänen, wird gemeinschaftlich und demokratisch entschieden. Jeder, ob Schüler, ob Lehrer, hat eine Stimme. Einer der Lehrer von Summerhill bringt es in einem Interview auf den Punkt: Wie kann man von den Leuten erwarten, dass sie Demokratie leben, wenn sie sie nicht erlernt haben?

So ist unsere Reise nicht nur eine Reise des Lernens für uns selbst, sondern auch ein Weg, weiterzudenken, wie die Begeisterung unserer Tochter für die Welt erhalten wollen.

 

 

 

 

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